Engoben

Stupfen

Eine alte traditionelle Technik, die in Teilen Portugals üblich ist. Ein Holz- oder Metallstück wird in verschiedenfarbene Engobe getaucht und damit wird der feuchte Scherben stupfend dekoriert. das Stück kann dann geschrüht und glasiert oder gleich roh glasiert und dann gebrannt werden.


Engobendekor mit dem Malhorn

Das Arbeitswerkzeug ist hier das Mal- oder Gießhorn, meist in Form eines Gummiballs mit unterschiedlich großen Ausflussöffnungen. Die Technik ähnelt sehr dem Dekorieren einer Torte mit Zuckerguss. Das Stück wird mit einer Engobeschicht überzogen und während die Schicht noch feucht ist, trägt man mit dem Malhorn dekorierend andersfarbige Engobe auf.


Engoben ritzen und Polieren

Diese Technik wird eher für dekorative als für funktionelle Keramik verwendet. Die Engobe wird auf den weichen oder lederharten Ton aufgetragen und poliert, wenn die Oberfläche anfängt stumpf zu werden.


Sgraffito

Die Sgraffitotechnik ist eine Verziehrungsmethode, bei der eine farbige Engobeschicht oder Glasur so geritzt wird, dass die ungebrannte Grundmasse sichtbar wird (ist die engobierte Keramik gebrannt, spricht man von Schabekeramik). Auf den feuchten Ton wird eine farblich kontrastierte Engobeschicht aufgebracht, in diese ritzt oder schabt man mit entsprechenden Werkzeug das Dekor. Man kann auch warten bis die Engobeschicht ganz durchgetrocknet ist, dann ergibt sich eine andere Eigenart der Linien.


Farbiger Giessschlicker

Man nimmt mehrere verschiedenfarbene Gießschlicker und gießt sie nacheinander kurz in die Form ein und wieder aus, so dass sich eine aus dünnen Schichten aufgebaute Wandung bildet. Im lederharten oder ganz durchgetrockneten Zustand kann man durch verschieden tiefe Ritzungen interessante bunte Muster und Strukturen erzeugen.


Mocha Ware

Eine spezielle Dekortechnik, die feingliedrige komplexe, aber auch ganz schlichte Musterungen erlaubt.. Den Namen bekam sie von einer speziellen Quarzform, dem Mochastein oder Mokkastein, der feine mossartige Verästelungen aufweist. Bei Keramik wird dieser Effekt durch einen dunklen sauren Farbsud erzielt, dem sogenannten Mocha-Tee. Dieser wird auf eine hell engobierte Oberfläche und zwar direkt auf die nasse Engobe, aufgetragen. Oben bzw. unten bekommt die so versehene Keramik traditionsweise noch dunkle Bänder. Diese Technik findet vor allem bei Steinzeug oder Steingut Anwendung. Der Mocha-Tee wird hergestellt aus Tabaksaft, abgestandenen Wein oder Terpentin oder einer Kombination aus allen dreien, plus färbenden Oxiden.


Terra Sigillate

Traditioneller Name für Keramik, bei der ein niedrigbrennender Scherben mit einem glänzenden Überzug aus feinstgeschlämmter Engobe versehen wird. Die Engobe wird meist aufgepinselt, kann aber auch durch Begießen, Spritzen und Tauchen auf das lederharte Gefäß aufgetragen werden. Ist der Überzug matt angetrocknet, lässt er sich mit einem harten, glatten Gegenstand (Löffel, runder Stein, Plastik) polieren. Die Engobe kann mit Farbkörpern oder Oxiden eingefärbt und kann gegebenenfalls auch nur auf Teilflächen oder schichtweise übereinander aufgetragen werden. Die Brenntemperatur des fertigen Stückes liegt zwischen 900 und 950 Grad. Terra sigillata lässt sich ebenso auf bereits geschrühte Ware aufbringen. Die Technik findet vor allem auf Tonmassen wie Terrakotta-Ton, Steingut oder einer Mischung aus Steingutton und Steinzeugton Verwendung.